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Wie gut das wir Tagebuch schreiben… :-)
Unsere letzte Zusammenfassung ist schon eine Weile her. Aber
unsere Bilder haben Euch in der Zwischenzeit auf dem Laufenden gehalten.
Am 25.09 erreichten wir Balazuc, ein wunderschönes altes
Dorf mit kleiner Burg im Ardéchetal. Über eine große Brücke, die einen erahnen
lässt, wie viel Wasser dieser Fluss führen kann, gelangten wir flussabwärts,
nach faulem im Schatten rumliegen in ein kleines Dorf namens Le Vieil Audon.
Das Dorf wurde irgendwann in der Geschichte verlassen, in den 60ern von
Aussteigern wieder entdeckt und bis heute wieder aufgebaut. Die Menschen leben
hier völlig autark vom Verkauf von eigens hergestellten Produkten, wie
Ziegenkäse und Kräutern an Touristen wie uns ;-)
27.09 auf zum Pont d´Arc, einem riesigen Felsbogen über
die Ardéche. An einem typischen für Touristen eingerichteten Haltepunkt
genossen wir Aussicht und Kaffee. Aus einem franz. Auto stiegen Erdal und Ferdi,
der eine mit tollem Haar der andere barfuß. Beide deutsche und so unterhielten
wir uns erst mit noch mehr Kaffee und einige Minuten später badeten wir
gemeinsam in der Ardéche, an einem nur einheimischen bekannten Platz, dank den
beiden nun auch uns bekannt :-)
Vom Vallon Pont d´Arc starteten wir unsere 28km lange Kajaktour
im Zweier. Ab durch die Stromschnellen! Mit einigen kleineren Päuschen erreichten wir
unser Ziel und belohnten uns am Abend mit unserem ersten Agneau (Lamm) und
einem schönen Lagerfeuer.
Weiter ging es am 29.09 nach Villeneuve-lés-Avignon auf
einen Campingplatz unweit von Avignon, die Stadt der Päpste. Der Papstpalast
ist sehr pompös und lässt erahnen, wie sich´s die alten Säcke haben gut gehen
lassen. Mit dem Rad erkundeten wir Avignon mitsamt seiner Umgebung.
Nachdem wir alles sahen, ging es weiter über einen
Abstecher den Pont du Gard, einem Aquädukt aus römischer Zeit, und anschließend
zur Fontaine-du-Vaucluse der Quelle der Sorgue (die Quelle aller Sorgen
*lach*). Wir übernachteten mit bester Aussicht und besichtigten die Quelle, die
zur Zeit leider kaum Wasser sprudelt. Erst im Frühjahr, wenn es viel regnet ist
das Naturschauspiel zu beobachten, das Wasser soll nur so sprudeln - wir stellten
es uns einfach vor und fuhren weiter…
…nach Gignac am Colorado de Rustrel, und noch am gleichen
Abend radelten wir zum Sonnenuntergang in die Ockerfarbene Landschaft, die
Orange-Rot leuchtete.
Da wir bisher selten so einen tollen Übernachtungsplatz
hatten, blieben wir zwei Nächte in
Gignac und starteten unsere Erkundung von hier aus. Mit dem Fahrrad nach
Roussillon, wo sich der bekannte Ockerpfad befand. Die Farbtöne
weiß-gelb-orange-rot-lila wechselten sich in unterschiedlicher Reihenfolge ab. Sehr
beeindruckend waren die riesigen Felswände und -formationen, welche die Natur
im Laufe der Zeit schuf. Der Liberon, wie dieser Teil der Provence genannt
wird, ist geprägt von diesem ockerfarbenen Fels und auch die berühmte Stadt
Gordes, an der wir vorbei fuhren schimmerte im Sonnenuntergang orange.
Am 05.09 in Moustier-Ste.-Marie übernachteten wir auf
einem Campingplatz in der Nähe des Lac de St. Croix. Mit dem Rad entdeckten wir
einen tollen Platz direkt am Ufer des Sees und siedelten kurzerhand um. So
hatten wir endlich die Chance unser viel zu großes Schlauchboot auszuprobieren.
Wir ruderten in den Grande Canyon du Verdon, mit langer Nase vorbei am
überteuerten Kajakverleih unter der Brücke durch zwischen die Berge. Schön wie
sich das Licht in den Bergspitzen verteilte, im Schatten der Berge war es
jedoch bei uns recht kühl. Die Annett musste trotzdem in die Verdon springen,
Nadelstiche wären angenehm gewesen… die Stufe drüber ist ein
lähmendes-ich-kann-mich-nicht-bewegen Gefühl, trotzdem ging es irgendwie zurück
in Boot.
In der Nacht vom 05 zum 06 September kam der Mistral - er
blieb auch zwei Tage. Eicheln „hüpften" munter auf unserem Dach herum und
unterbrachen unsere Nachruhe hier und da. Irgendwann gegen 5 Uhr ließen wir die
Luft aus dem vorm wegfliegen zu drohendem Schlauchboot und knautschten es mit
zu uns ins Womo.
Müde und erschöpft ging am nächsten Tag nicht viel, eine
Wanderung nach Aiguines. Eine kleine Schlossbesichtigung wartete auf uns…
jedoch nur von außen. Auf dem Rückweg stellten wir fest, dass es hier viel mehr
Eichen gibt als in Deutschland und sie tragen Eicheln, viele Eicheln… in
Gedanken planten wir unser Aussteigerleben mit einer Eichelschweinzucht. :-)
Am 10.10. erreichten wir den Plage de Pampelonne. Endlich
am Meer angekommen steckten wir unsere Füße erst in den Sand und dann ins kühle
Nass, der Mistral hat das warme Wasser ins Meer gepustet. Bei einem kurzen
Strandspatziergang lernten wir eine junge franz. Familie kennen und Annett
kostete ihren ersten Seeigel. Ja Seeigel, die Franzosen essen scheinbar
wirklich alles - die Annett auch. :-)
Nachdem schon schlimmstes befürchtet wurde, war er tatsächlich lecker, mit einem
Stück Baguette als Mahlzeit vorstellbar. Torsten ließ es trotzdem bleiben,
einer von uns beiden muss ja gesund sein ;-)
Mit dem Rad nach St. Tropez! Erst Staunen über das bunte
Treiben dann Romantik im Sonnenuntergang - Breuler in St. Tropez, sehr lecker.
Mit dem Rad erkundeten wir auch am nächsten Tag die Gegend und genossen unseren
ersten längeren Strandbesuch. Was wir lernten: Vorsicht vor den Quallen, auch
die kleinen tun sehr weh - mittlerweile erinnert nur noch eine kleine
Verfärbung der Haut an die Fiese Attacke…
Seit dem 11.10 sind wir in „Presqu´Ile de Giens" auf
einem Campingplatz in Tour Fondue, waren Schnorcheln, auf Poquerolles wandern
und baden und fahren weiterhin fleißig Rad.
Im Großen und Ganzen geht es uns
also weiterhin ausgezeichnet.
Liebe Grüße Annett und Torsten.
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